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Weymouthskiefer - Vorkommen



Die insbesondere im forstlichen Sprachgebrauch oft auch als Strobe bezeichnete Weymouthskiefer stammt wie die Douglasie aus Nordamerika, wo sich ihr natürliches Verbreitungsgebiet vornehmlich auf das Gebiet der großen Seen vom 55. Grad w. L. bis zum 95. Grad w. L. und vom 40. bis zum 50. Grad n. Br. erstreckt. Von den ursprünglich ausgedehnten Strobenwäldern sind allerdings nur Reste verblieben, nachdem einerseits die Wälder in den vergangenen Jahrhunderten durch Schaffung von Siedlungsräurnen zerstört wurden, andererseits die Weymouthskiefer bis zur Erschließung der Wälder an der Westküste als begehrteste Na- delholzart fast über 250 Jahre einer äußerst intensiven Nutzung unterlag. Ihre hohe Wertschätzung resultierte aus langen astfreien Stämmen, starken Durchmessern und gleichmäßigem Jahrringaufbau. Die heute in Nordamerika vorhandenen Bestände setzen sich überwiegend aus sog. "oldfields" zusammen, die durch natürliche Ansamung auf verlassenem Farmland entstanden sind und gewöhnlich ein stark astiges Holz von minderer Qualität produzieren.
In Mitteleuropa ist die Weymouthskiefer nach der Dou- glasie der wichtigste fremdländische Nadelbaum. Sehr viel früher als letztere gelangte die Weymouthskiefer bereits um 1705 erstmalig nach Europa, wo sie durch Lord Weymouth, dessen Namen sie heute trägt, in England eingebürgert wurde. Nach Deutschland kam die Baumart Mitte des 18. Jahrhunderts. Die ersten forstlichen An- bauten erfolgten hier um 1880. In verstärktem Maße angepflanzt, bewährte sich die vor- zügliche waldbauliche Eigenschaften aufweisende Strobe lange Zeit ausgesprochen gut, bis relativ starke Rückschläge durch den Blasenrost (Cronartium ribicola), den größten Feind dieses Nadelbaumes, auftraten. Dieser auch als "Strobenrost" bezeichnete Pilz führt zu schweren Beschädigungen mit An- schwellungen und Harzfluß an Zweigen und Stämmen sowie bei lang anhaltender Krankheit zum Absterben der Bäume. Bei älteren Bäumen kann eine Stammerkrankung bis zu 20 Jahren währen, bevor der Stamm abstirbt. Da heute die europäischen Strobenbestände fast ausnahmslos rostbefallen und bislang keine resistenten Rassen bekannt sind, ist die Anbauwürdigkeit der Strobe stark in Frage gestellt. Der großflächige Anbau wurde deshalb weitgehend eingestellt und die Nachzucht auf trupp- bis gruppenweise Beimischungen beschränkt.